Die Zahl auf der Waage steigt und steigt - obwohl sich Ernährung und Lebensgewohnheiten nicht verändert haben. Dann ist eine gute Idee, in der Hausarztpraxis die Schilddrüsenwerte checken zu lassen.
Eine unerklärliche Gewichtszunahme kann nämlich auf eine Unterfunktion hindeuten. Das heißt: Die Schilddrüse produziert zu wenig Hormone, was viele Stoffwechselprozesse im Körper ausbremst.
«In einer Schilddrüsenunterfunktion verringert sich der Grundumsatz. Heißt: Der Körper verbraucht im Ruhezustand weniger Kalorien - daher kommt die Gewichtszunahme», erklärt Volker Fendrich, Chefarzt der Endokrinen Chirurgie der Schön Klinik Hamburg Eilbek. Plus: Weil eine Unterfunktion auch Müdigkeit und Erschöpfung als Symptome im Gepäck haben kann, bewegen sich Betroffene oft weniger.
So vermehren sich die Kilos. Und Betroffene, die die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion bekommen, haben die Sorge, dass sie die nie wieder loswerden. Ist da etwas dran?
Werte gut eingestellt? Dann ist Abnehmen möglich
Es gibt eine gute Nachricht: «Wenn die Schilddrüsenwerte durch L-Thyroxin wieder normal eingestellt sind, klappt es mit der Gewichtsabnahme wie bei jedem anderen Menschen auch», sagt Volker Fendrich. L-Thyroxin ersetzt dabei die Hormone, die die Schilddrüse selbst nicht produzieren kann.
Voraussetzung, damit es mit der Gewichtsabnahme klappt: eine ausgewogene und kalorienreduzierte Ernährung als Basis - ergänzt um regelmäßige Bewegung, um den Kalorienverbrauch etwas nach oben zu schrauben.
Übrigens: «Wenn Betroffene zwei Tage ihre L-Thyroxin-Tabletten morgens nicht einnehmen, nehmen sie nicht direkt zu», kann Volker Fendrich Entwarnung geben.
Bitte keine Überfunktion herbeiführen!
Der Mediziner erlebt immer wieder, dass Patientinnen und Patienten auf die Idee kommen, auf eigene Faust eine besonders hohe L-Thyroxin-Dosis einzunehmen. Ihre Hoffnung: den Stoffwechsel dadurch kräftig ankurbeln und den Kalorienverbrauch erhöhen.
Das kann allerdings in einer Schilddrüsenüberfunktion enden. «Man nimmt dann zwar ab, aber man kauft sich erhebliche Probleme wie Herzrhythmusstörungen ein. Das ist überhaupt nicht anzuraten - im Gegenteil», warnt der Facharzt.

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